Hohe Spritpreise belasten das Handwerk im Odenwaldkreis

Kreishandwerkerschaft Odenwaldkreis fordert gezielte Entlastungen für gewerbliche Fahrzeuge

Handwerk braucht akzeptable Rahmenbedingungen

Die hohen Spritpreise stellen für viele Handwerksbetriebe eine erhebliche zusätzliche Belastung dar. Wie stark sich die Kostensteigerungen auswirken, hängt dabei vom jeweiligen Gewerk und der betrieblichen Situation ab. Besonders betroffen sind Betriebe, die aktuell weite Anfahrtswege zu ihren Baustellen und Einsatzorten zurücklegen müssen.

„Gerade für Betriebe mit vielen und langen Anfahrten sind die gestiegenen Kraftstoffkosten zu einem wesentlichen Kostenfaktor geworden“, erklärt Harald Buschmann, Geschäftsstellenleiter der Kreishandwerkerschaft Odenwaldkreis. „Viele Betriebe sehen sich gezwungen, diese Mehrkosten an ihre Kunden weiterzugeben und ihre Kalkulationen anzupassen. Das ist allerdings nicht in jedem Fall kurzfristig möglich.“

Hinzu kommen die Auswirkungen auf die Lieferketten. Handwerksbetriebe sind in nahezu allen Gewerken auf regelmäßige Materiallieferungen angewiesen. Steigende Transport- und Energiekosten schlagen sich daher auch in den Materialpreisen nieder. Diese Kostensteigerungen werden über kurz oder lang an die Verbraucher weitergegeben und tragen damit zusätzlich zur allgemeinen Inflation bei.

Gleichzeitig können Betriebe Preissteigerungen nicht immer unmittelbar weiterreichen. Preisanpassungen sind von der Wettbewerbssituation abhängig und lassen sich bei bestehenden Aufträgen häufig erst mit zeitlicher Verzögerung umsetzen. Ein Teil der gestiegenen Kosten bleibt dadurch zunächst bei den Unternehmen und belastet deren Wirtschaftlichkeit.

Zurückhaltung bei Aufträgen und Investitionen

Die allgemeine Kostenentwicklung und die damit verbundene Inflation wirken sich zudem auf die Nachfrage aus. Unternehmen und private Haushalte halten sich bei Aufträgen und Investitionen zunehmend zurück. Die Auslastung vieler Handwerksbetriebe hat sich dadurch bereits in den vergangenen Jahren verschlechtert. Weitere Krisensituationen können diese Entwicklung zusätzlich verstärken. Dabei gibt es selbstverständlich Unterschiede zwischen den einzelnen Gewerken und Betrieben.

Trotz der schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen bemühen sich die Handwerksbetriebe nach Kräften darum, ihre Beschäftigten zu halten. „Im Handwerk bestehen häufig langjährige Arbeitsverhältnisse. Die Betriebe tragen eine hohe soziale Verantwortung und versuchen deshalb, ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten zu halten“, so Buschmann.

Handwerk fordert Gewerbediesel

Das Handwerk fordert bereits seit geraumer Zeit über seine Spitzenverbände eine gezielte Entlastung bei den Kraftstoffkosten. Dazu gehört insbesondere die Einführung eines vergünstigten Kilowatt- beziehungsweise Literpreises für gewerblich genutzte Transporter und Einsatzfahrzeuge – eines sogenannten Gewerbediesels.

Aus Sicht der Kreishandwerkerschaft reichen befristete Steuersenkungen allein nicht aus. Eine weitere Möglichkeit bieten Preisgleitklauseln, die es ermöglichen, Kostensteigerungen auch nachträglich angemessen zu berücksichtigen. Damit könnten Betriebe besser davor geschützt werden, allein auf den zwischen Angebotsabgabe und Auftragsabwicklung entstandenen Kostensteigerungen sitzen zu bleiben.

„Das Handwerk braucht verlässliche Rahmenbedingungen. Gerade bei langfristigen Aufträgen müssen Betriebe die Möglichkeit haben, außergewöhnliche Kostenentwicklungen angemessen abzubilden“, betont Buschmann.